Voland & Quist: Das SONAR-Special

Voland & Quist: Das SONAR-Special
Donnerstag | 15. März 2018 | 19:00 Uhr


Der Verlag Voland & Quist gibt mit zwei Werken höchster politischer Relevanz von Andrej Nikolaidis & Andrej Skubic Einblick in seine Osteuropa-Reihe.

+++Andrej Nikolaidis: „Der ungarische Satz“+++

Andrej Nikolaidis‘ neuer Roman besteht aus nur einem einzigen langen Satz – den Gedanken des Erzählers, der mit dem Zug von Budapest nach Wien unterwegs ist. Sein Freund Joe hat sich in Budapest das Leben genommen, doch zuvor hat er den Erzähler beauftragt, seine Fälschung des mysteriösen letzten Manuskripts von Walter Benjamin an einen Wiener Sammler zu verkaufen. Der Gedankenfluss führt den Leser ¬¬¬¬¬¬¬mitten hinein in die bewegende Geschichte von Joe, der in den neunziger Jahren aus Bosnien nach Montenegro geflüchtet ist, verwebt sie mit dem Flüchtlingsschicksal des großen deutsch-jüdischen Philosophen Walter Benjamin, von dessen Werk und tragischem Ende Joe wie besessen ist, und nimmt Bezug auf die aktuelle Situation der Flüchtlinge aus Syrien. Es geht Nikolaidis um universelle Themen: die Würde des Menschen, den Zynismus der Macht und die Ohnmacht der Bürger gegenüber einer anonymen EU-Bürokratie.

»Der ungarische Satz« ist ein leidenschaftlicher Weckruf angesichts der moralischen Krise des liberalen Westens.

+++Andrej Skubic: „Spiele ohne Grenzen“+++

Aus der Flüchtlingskrise ist in naher Zukunft ein lukratives Geschäft geworden: Während die einen Leichen aus dem Meer sammeln, um diese und deren Habseligkeiten zu Geld zu machen, begeben sich die anderen zu den gekenterten Flüchtlingsbooten, um die Überlebenden als billige Arbeitskräfte zu verkaufen — beides wird von der EU subventioniert. Und dann gibt es noch jene, die illegalerweise versuchen, die Geflüchteten sicher an ihre Ziele zu bringen.
Der Leichensammler Kastelic gerät zwischen die Fronten und seine Überzeugung aus den Fugen, als er eine fliehende Somalierin mit Baby in Obhut nimmt …

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